BKA am Jahresende – der schnelle Weg
Der Abrechnungszeitraum ist vorbei. Vielleicht war es das klassische Kalenderjahr vom 01.01. bis 31.12., vielleicht ein abweichender Zeitraum wie 01.03. bis 28.02. – das spielt für den Ablauf keine Rolle. Entscheidend ist: Sie haben Ihre Daten das ganze Jahr über in Formdock gepflegt. Zählerstände erfasst, Ausgaben dokumentiert, Vorauszahlungen in den Mietverhältnissen hinterlegt. Jetzt ist der Moment gekommen, in dem sich diese Sorgfalt auszahlt.
Denn die Betriebskostenabrechnung am Jahresende ist kein Marathon mehr. Es ist ein Sprint – ein paar Minuten pro Abrechnung, wenn die Datenbasis stimmt. Dieses Tutorial zeigt Ihnen genau, wie Sie vorgehen.
Ausgangslage: Alles ist vorbereitet
Bevor Sie den BKA-Bereich öffnen, lohnt sich ein kurzer Check. Je mehr davon zutrifft, desto schneller geht es:
Pflicht:
- Ein Objekt mit Einheiten und hinterlegten Wohnflächen
- Aktive Mietverhältnisse mit Mieter-Kontakten und monatlichen Vorauszahlungen (BK und Heizkosten)
- Die Jahresabrechnungen der Versorger liegen vor (Wasser, Heizung, Müll, Grundsteuer, Versicherung usw.)
Ideal:
- Zählerstände im Modul „Zähler" erfasst – Anfangs- und Endwerte für den Abrechnungszeitraum
- Ausgaben im Modul „Arbeiten" oder „Finanzen" dokumentiert und als betriebskostenrelevant markiert
- Eine Abrechnungsmappe für das Gebäude vorbereitet – der Container, der Zählerstände und Ausgaben bündelt
Wenn all das vorhanden ist, füllt Formdock den Großteil der Abrechnung automatisch vor. Sie prüfen, bestätigen und klicken auf PDF. Aber selbst wenn nicht alles perfekt gepflegt ist: Sie können jederzeit Werte manuell eintragen. Es dauert dann nur etwas länger.
Schritt 1: Den BKA-Bereich öffnen
Klicken Sie in der linken Seitenleiste auf BKA. Sie landen auf der Übersicht – einer interaktiven Tabelle (interaktive Tabelle), die Ihnen sofort einen Überblick gibt.
KPI-Kacheln oben zeigen auf einen Blick:
- Gesamt – wie viele Abrechnungen existieren
- Entwürfe – noch nicht abgeschlossene BKAs
- Abgeschlossen – fertige Abrechnungen mit PDF
- Versendet – bereits an Mieter zugestellte Abrechnungen
Darunter finden Sie Filter für Status, Jahr und Objekt sowie eine Volltextsuche. Falls eine Abrechnung ihre Zwölf-Monats-Frist bald erreicht, sehen Sie eine Frist-Warnung – ein roter Hinweis, der Sie daran erinnert, dass laut § 556 Abs. 3 BGB die Zustellung innerhalb von zwölf Monaten nach Ende des Abrechnungszeitraums erfolgen muss.
Klicken Sie auf + Neue Abrechnung, um den Assistenten zu starten.
Schritt 2: Objekt und Abrechnungszeitraum wählen
Der erste Schritt im Assistenten ist die Grundkonfiguration.
Objekt auswählen: Wählen Sie die Immobilie über den Objekt-Picker – zum Beispiel „Musterstraße 10, Whg. 2 OG links". Bei Mehrfamilienhäusern wählen Sie die konkrete Einheit, nicht das Gesamtgebäude. Formdock schlägt automatisch den passenden Mieter aus dem aktiven Mietverhältnis vor.
Abrechnungszeitraum festlegen: Standardmäßig das Kalenderjahr (01.01.–31.12.). Wenn Ihr Abrechnungsjahr abweicht, tragen Sie den individuellen Zeitraum ein. Bei Mieterwechseln können Sie auch einen Rumpfzeitraum wählen – also nur den Teil des Jahres, in dem der Mieter tatsächlich in der Wohnung war.
Tipp: Wenn ein Mieter am 30.06. ausgezogen ist, brauchen Sie für ihn eine Abrechnung vom 01.01. bis 30.06. Das ist der Rumpfzeitraum. Formdock berechnet dann automatisch alle Anteile pro rata – also 181 von 365 Tagen.
Vermieter: Formdock schlägt den Eigentümer des Objekts vor. Wenn Sie als Hausverwaltung für einen Eigentümer abrechnen, wählen Sie den Eigentümer-Kontakt.
Schritt 3: Kostenarten und Beträge eintragen
Jetzt wird es konkret. Formdock zeigt Ihnen die Kostenarten – und hier kommt die Abrechnungsmappe ins Spiel.
Wenn Sie das ganze Jahr über Ausgaben dokumentiert haben – sei es im Modul „Arbeiten" (als betriebskostenrelevant markiert) oder im Modul „Finanzen" (mit zugeordneter BKA-Kostenart) – bietet der Assistent den automatischen Import an. Ein Klick auf „Importieren", und die Beträge werden als Kostenpositionen übernommen. Sie müssen nichts abtippen.
Typische Kostenarten, die Sie hier sehen:
- Heizkosten – der größte Posten, oft verbrauchsabhängig
- Wasserversorgung / Entwässerung – ebenfalls oft verbrauchsabhängig
- Müllabfuhr – meist nach Personenzahl oder Einheit
- Grundsteuer – nach Wohnfläche
- Gebäudeversicherung – nach Wohnfläche
- Hausmeister – nach Wohnfläche oder Einheit
- Gartenpflege, Beleuchtung, Schornsteinfeger – je nach Objekt
Pro Kostenart tragen Sie den Gesamtbetrag für das Objekt ein – nicht den Mieteranteil. Den berechnet Formdock aus dem Umlageschlüssel. Bei verbrauchsabhängigen Kosten (Heizung, Wasser) zieht der Assistent automatisch die Zählerstände heran, wenn Sie sie im Modul „Zähler" erfasst haben.
Tipp: Wenn Sie die Abrechnungsmappe nutzen, sind die meisten Beträge bereits vorausgefüllt. Die Abrechnungsmappe ist der Container, der Zählerstände, Ausgaben und Buchungen für einen Zeitraum bündelt – ideal für die jährliche Routine.
Schritt 4: Umlageschlüssel prüfen
Jede Kostenart braucht einen Verteilschlüssel – also die Regel, wie der Gesamtbetrag auf die Mieter aufgeteilt wird. Formdock schlägt sinnvolle Standardwerte vor, aber Sie sollten sie prüfen.
Die gängigsten Schlüssel:
| Schlüssel | Typische Verwendung |
|---|---|
| Nach Wohnfläche (m²) | Grundsteuer, Versicherung, Gartenpflege, Beleuchtung – der häufigste Schlüssel |
| Nach Personenzahl | Müllabfuhr, Wasserversorgung ohne Zähler |
| Nach Verbrauch | Heizung und Wasser – nur möglich, wenn Zählerstände vorliegen |
| Nach Einheit | Gleichmäßige Aufteilung (jede Wohnung zahlt gleich viel) – z.B. Kabelanschluss, Aufzug |
Wenn Sie das ganze Jahr über die Wohnflächen in den Objekten und die Personenzahlen in den Mietverhältnissen gepflegt haben, sind diese Werte bereits vorausgefüllt. Andernfalls können Sie sie hier manuell eintragen.
Tipp: Prüfen Sie besonders bei Heizkosten den Umlageschlüssel. Laut Heizkostenverordnung müssen mindestens 50 % verbrauchsabhängig abgerechnet werden. Formdock unterstützt die gängige Aufteilung 50/70 % Verbrauch und 50/30 % Grundkosten (nach Fläche).
Schritt 5: Vorauszahlungen kontrollieren
In diesem Schritt vergleicht Formdock die tatsächlichen Kosten mit dem, was Ihre Mieter bereits bezahlt haben.
Die monatlichen Vorauszahlungen stammen aus dem Mietverhältnis – BK-Vorauszahlung und Heizkostenvorauszahlung. Formdock multipliziert den Monatsbetrag mit der Anzahl der Monate im Abrechnungszeitraum und zeigt die Jahressumme pro Mieter.
Beispiel: 250 € Nebenkosten-Vorauszahlung × 12 Monate = 3.000 € Gesamtvorauszahlung.
Bei Mieterwechseln wird anteilig gerechnet: Wenn der Mieter nur 9 Monate gewohnt hat, sind es 250 € × 9 = 2.250 €. Formdock erkennt den Mieter-Zeitraum automatisch aus dem Mietverhältnis.
Prüfen Sie, ob die angezeigten Summen plausibel sind. Gab es unterjährige Anpassungen der Vorauszahlungen? Wurden alle Zahlungen geleistet? Falls etwas nicht stimmt, können Sie die Beträge manuell korrigieren.
Schritt 6: Vorschau prüfen und PDF erstellen
Der letzte Schritt zeigt die komplette Abrechnung als Vorschau – so, wie sie später im PDF aussehen wird. Für jeden Mieter sehen Sie:
- Alle Kostenarten mit Gesamtbetrag und dem individuellen Mieteranteil
- Den angewandten Umlageschlüssel pro Position (damit der Mieter nachvollziehen kann, warum er diesen Anteil zahlt)
- Die Summe aller umgelegten Kosten
- Die Summe der geleisteten Vorauszahlungen
- Das Ergebnis: Nachzahlung oder Guthaben
Nehmen Sie sich einen Moment für die Plausibilitätsprüfung:
- Stimmt die Summe der Vorauszahlungen mit Ihren Aufzeichnungen überein?
- Sind alle relevanten Kostenarten enthalten – oder fehlt eine Position?
- Ist der Mieteranteil nachvollziehbar? (Bei 70 m² von 200 m² Gesamtfläche sollte der Anteil bei ~35 % liegen.)
- Ergibt das Gesamtergebnis Sinn? Eine extrem hohe Nachzahlung kann auf einen Fehler hindeuten – oder darauf, dass die Vorauszahlungen angepasst werden sollten.
Wenn alles stimmt, klicken Sie auf PDF erstellen. Formdock generiert ein Dokument pro Mieter – mit allen Positionen, Schlüsseln und dem Ergebnis. Das PDF wird der BKA zugeordnet und kann direkt per E-Mail versendet oder heruntergeladen und ausgedruckt werden.
Das Ergebnis
Nach wenigen Minuten haben Sie:
- Eine fertige BKA als PDF für jeden Mieter
- Nachzahlung oder Guthaben berechnet und dokumentiert
- Alle Quellen nachvollziehbar – von der Versorgerrechnung über den Umlageschlüssel bis zur Vorauszahlung
Die BKA erscheint in der Übersicht mit Status „Entwurf" (bis Sie sie abschließen) oder „Abgeschlossen". Von dort können Sie sie per E-Mail versenden und den Status auf „Versendet" setzen.
Ein Gedanke zum Schluss
Die Betriebskostenabrechnung ist für viele Vermieter der unangenehmste Teil des Jahres. Aber sie muss es nicht sein. Je konsequenter Sie das ganze Jahr über Ihre Zählerstände erfassen, Ausgaben dokumentieren und Vorauszahlungen pflegen, desto weniger Arbeit haben Sie am Jahresende.
Im besten Fall öffnen Sie den BKA-Assistenten, sehen vorausgefüllte Werte, prüfen kurz die Zahlen und klicken auf PDF. Das ist kein Wunschdenken – das ist der Normalfall, wenn die Daten stimmen.
Merksatz: Die BKA am Jahresende ist nur so gut wie die Pflege im Jahresverlauf. Wer regelmäßig Zähler abliest und Kosten erfasst, erstellt die Abrechnung am Ende mit einem Bestätigungsklick.