Zähler einrichten und regelmäßig ablesen

Ohne Zählerstände keine verbrauchsgerechte Abrechnung. Ob Wasser, Strom, Gas oder Heizung – die Verteilung der Betriebskosten auf einzelne Mieter steht und fällt mit korrekt erfassten Zählerständen. Dieses Tutorial führt Sie einmal durch den kompletten Ablauf: von der Ersteinrichtung Ihrer Zählerstruktur über die regelmäßige Ablesung bis hin zur Nutzung in der Betriebskostenabrechnung.

Wenn Sie dieses Tutorial durchgearbeitet haben, wissen Sie, wie Hauptzähler, Nebenzähler und Abrechnungsmappen zusammenspielen – und warum die richtige Reihenfolge beim Einrichten entscheidend ist.


Was Sie vorher brauchen

  • Ein Gebäude mit Einheiten im System (bei Mehrfamilienhäusern) oder ein Einzelobjekt
  • Idealerweise bereits zugewiesene Mieter (mit aktivem Mietverhältnis)
  • Die Zählernummern Ihrer Haupt- und Nebenzähler (stehen auf dem Zählergehäuse)
  • Die aktuellen Zählerstände (bei Ersteinrichtung: die Werte vom letzten Ablesetermin)

Schritt 1: Abrechnungsmappe anlegen

Bevor Sie einen einzigen Zählerstand erfassen, brauchen Sie eine Abrechnungsmappe. Warum? Weil jeder Zählerstand einer Abrechnungsperiode zugeordnet wird. Formdock muss wissen, zu welchem Zeitraum eine Ablesung gehört – sonst kann es die Verbräuche später nicht der richtigen Betriebskostenabrechnung zuordnen.

Automatische Erstellung

In vielen Fällen haben Sie diesen Schritt bereits erledigt, ohne es zu wissen: Wenn Sie ein Mietverhältnis mit Einzugsdatum anlegen, erstellt Formdock automatisch eine Abrechnungsmappe für das erste Jahr (ab Einzugsdatum). Schauen Sie im Gebäude unter dem Tab Abrechnungsmappe nach – wenn dort bereits ein Eintrag existiert, können Sie diesen Schritt überspringen.

Manuelle Erstellung

Falls keine Abrechnungsmappe vorhanden ist, legen Sie eine an: Öffnen Sie das Gebäude → Tab Abrechnungsmappe → klicken Sie auf Neue Abrechnungsmappe. Tragen Sie einen aussagekräftigen Namen ein (z.B. „Abrechnungsjahr 2025") und definieren Sie den Zeitraum – typischerweise ein Kalenderjahr, also 01.01.2025 bis 31.12.2025. Klicken Sie auf Speichern.

Warum zuerst die Abrechnungsmappe? Beim Erfassen eines Zählerstands ist die Abrechnungsmappe ein Pflichtfeld. Wenn Sie die Mappe erst anlegen, nachdem Sie Zähler erstellt haben, sparen Sie sich einen Arbeitsschritt – Sie müssen nicht zwischen den Bereichen hin- und herspringen.


Schritt 2: Hauptzähler (Gebäudezähler) anlegen

Hauptzähler messen den Gesamtverbrauch des Gebäudes. Sie sitzen typischerweise im Keller am Hausanschluss. Jedes Versorgungsmedium hat in der Regel einen Hauptzähler: einen für Kaltwasser, einen für Strom, einen für Gas und so weiter.

Klicken Sie in der linken Seitenleiste auf Zähler und dann auf Neuen Zähler anlegen. Jetzt die wichtigen Felder:

  • Zugeordnet zu: Wählen Sie das Gebäude (nicht eine einzelne Einheit!). Ein Hauptzähler gehört zum gesamten Objekt.
  • Zählernummer: Die Nummer, die auf dem Zählergehäuse steht. Sie ist eindeutig und identifiziert den Zähler gegenüber dem Versorger.
  • Zählertyp: Wählen Sie den passenden Typ – Kaltwasser, Warmwasser, Strom, Gas, Heizung (Wärmemengenzähler) etc.
  • Bezeichnung (optional): Ein Freitext, der Ihnen hilft, den Zähler wiederzufinden. Z.B. „Hauptwasserzähler Keller" oder „Stromzähler Allgemeinstrom".
  • Lage (optional): Wo befindet sich der Zähler physisch? Z.B. „Keller, Hausanschlussraum" oder „Technikraum EG".
  • Versorger (optional): Welches Versorgungsunternehmen liefert das Medium? Sie können per Live-Suche einen bestehenden Kontakt finden oder über den Durchsuchen-Button einen neuen Versorger anlegen.

Klicken Sie auf Speichern und wiederholen Sie den Vorgang für jeden Hauptzähler.

Alternativer Weg: Sie können Zähler auch direkt vom Gebäude aus anlegen: Gebäude öffnen → Tab ZählerständeZähler anlegen. Das spart den Umweg über die Seitenleiste und das Gebäude ist bereits vorausgewählt.


Schritt 3: Nebenzähler (Einheitenzähler) anlegen

Nebenzähler sitzen in den einzelnen Wohnungen und messen den Verbrauch pro Einheit. Für die verbrauchsgerechte Abrechnung brauchen Sie diese Zuordnung: Der Hauptzähler zeigt den Gesamtverbrauch, die Nebenzähler zeigen, wie sich der Verbrauch auf die Einheiten verteilt.

Klicken Sie erneut auf Neuen Zähler anlegen. Diesmal mit folgenden Einstellungen:

  • Zugeordnet zu: Wählen Sie die Einheit (z.B. „Wohnung OG links") – nicht das Gebäude!
  • Zählernummer: Die individuelle Nummer des Wohnungszählers
  • Zählertyp: Muss zum Hauptzähler passen. Wenn der Hauptzähler ein Kaltwasserzähler ist, muss auch der Nebenzähler den Typ „Kaltwasser" haben.
  • Als Nebenzähler markieren: Aktivieren Sie diese Option
  • Übergeordneter Zähler: Wählen Sie den passenden Hauptzähler aus der Liste. Formdock zeigt nur Hauptzähler des gleichen Typs an.

Klicken Sie auf Speichern und wiederholen Sie den Vorgang für alle Einheitenzähler.

Praxistipp: Bei einem Mehrfamilienhaus mit vier Wohnungen und drei Medien (Kaltwasser, Warmwasser, Heizung) haben Sie 3 Hauptzähler + 12 Nebenzähler = 15 Zähler. Das klingt nach viel Einrichtungsaufwand, muss aber nur einmal gemacht werden. Danach erfassen Sie bei jeder Ablesung nur noch die Stände.


Schritt 4: Anfangsstände erfassen

Ihre Zählerstruktur steht – jetzt braucht Formdock die ersten Werte, damit es bei der nächsten Ablesung einen Verbrauch berechnen kann. Ohne Anfangsstand kein Verbrauch.

Klicken Sie auf Zählerstand erfassen (entweder in der Zählerübersicht oder im Gebäude unter Tab Zählerstände). Füllen Sie folgende Felder aus:

  • Zähler (Pflichtfeld): Wählen Sie den Zähler, für den Sie den Stand erfassen wollen
  • Abrechnungsmappe (Pflichtfeld): Wird automatisch vorausgewählt, wenn nur eine offene Mappe existiert. Ansonsten wählen Sie die passende aus.
  • Ablesedatum (Pflichtfeld): Das Datum, an dem Sie den Zähler abgelesen haben
  • Zählerstand (Pflichtfeld): Der abgelesene Wert
  • Foto (optional): Ein Foto des Zählerstands als Beleg (JPG oder PNG). Formdock legt es automatisch im Dokumentenmanager ab – unter Abrechnungsmappen → {Name der Mappe} → Zähler → {Zählernummer}. So finden Sie den Beleg später ohne Suchen wieder.
  • Notiz (optional): Freitext für Besonderheiten, z.B. „Zähler schwer ablesbar, Wert geschätzt"

Sammelablesung nutzen

Wenn Sie einen Hauptzähler auswählen, bietet Formdock eine Sammelablesung an: Alle zugeordneten Nebenzähler werden angezeigt, und Sie können die Stände für alle Zähler auf einmal erfassen – gleiches Datum, gleiche Abrechnungsmappe. Das spart enorm Zeit, besonders bei der Jahresablesung.

Achtung: Formdock warnt Sie, wenn ein neuer Zählerstand kleiner ist als der vorherige. Das deutet auf einen Ablesefehler hin – oder auf einen Zählertausch. Bei einem Tausch erfassen Sie den Endstand des alten Zählers und den Anfangsstand des neuen Zählers separat.


Schritt 5: Regelmäßig ablesen

Die Ersteinrichtung ist erledigt. Ab jetzt geht es um die Routine: regelmäßiges Ablesen und Erfassen der Stände.

Vom Gebäude oder der Einheit aus

Öffnen Sie das Gebäude (oder eine einzelne Einheit) und wechseln Sie zum Tab Zählerstände. Dort sehen Sie Karten, gruppiert nach Zählertyp. Jede Karte zeigt alle bisherigen Ablesungen mit Datum, Wert und dem berechneten Verbrauch (Differenz zur vorherigen Ablesung).

Klicken Sie auf das Plus-Symbol (+), um einen neuen Stand zu erfassen. Wählen Sie die Abrechnungsmappe, tragen Sie Datum und Wert ein – fertig.

Über die Zählerübersicht

Alternativ gehen Sie über die Seitenleiste zu Zähler, klicken auf einen bestimmten Zähler und sehen eine Detailansicht mit allen bisherigen Ablesungen. Von dort können Sie über Zählerstand erfassen einen neuen Wert hinzufügen.

Verbrauchsberechnung

Formdock berechnet den Verbrauch automatisch als Differenz zum vorherigen Zählerstand. Wenn der Kaltwasserzähler in Wohnung 1 am 01.01. bei 145,3 m³ stand und am 31.12. bei 198,7 m³, ergibt sich ein Jahresverbrauch von 53,4 m³. Sie müssen nichts selbst rechnen.

Tipp: Vergessen Sie bei Mehrfamilienhäusern nicht die Allgemeinzähler (Hauptzähler). Der Verbrauch des Hauptzählers abzüglich aller Nebenzähler ergibt den Allgemeinverbrauch – also das Wasser für die Treppenhausreinigung, die Gartenbewässerung etc. Dieser Anteil wird in der BKA separat umgelegt.


Schritt 6: Abrechnungsmappe prüfen

Vor der Betriebskostenabrechnung sollten Sie prüfen, ob alle Zählerstände vollständig erfasst sind. Öffnen Sie das Gebäude → Tab Abrechnungsmappe → klicken Sie auf die betreffende Mappe.

Die Abrechnungsmappe zeigt Ihnen:

  • Verbrauchskarten pro Zählertyp – mit dem Gesamtverbrauch im Abrechnungszeitraum
  • Zugeordnete Ablesungen als Tabelle – mit Datum, Wert und Verbrauch pro Zähler
  • Anfangsstand aus der vorherigen Periode – automatisch importiert und als graue Zeile dargestellt
  • Ausgaben – alle Kosten, die im Abrechnungszeitraum angefallen sind

Prüfen Sie bei jedem Zähler, ob ein Anfangs- und Endstand vorhanden ist. Fehlt ein Wert, erscheint eine Warnung. Tragen Sie fehlende Stände nach, bevor Sie die BKA erstellen.

Wichtig: Der letzte Zählerstand einer Abrechnungsmappe wird automatisch zum Anfangsstand der nächsten Mappe. So entsteht eine lückenlose Verbrauchskette über die Jahre – ohne dass Sie Werte manuell übertragen müssen.


Schritt 7: Zählerdaten in der BKA nutzen

Wenn die Abrechnungsmappe vollständig ist, fließen die Verbrauchsdaten automatisch in die Betriebskostenabrechnung (BKA) ein.

Erstellen Sie eine neue BKA über die Seitenleiste → BKANeue Abrechnung. Bei Kostenarten mit verbrauchsbasiertem Umlageschlüssel (z.B. Wasser nach m³, Heizung nach kWh) zieht Formdock die Verbrauchswerte automatisch aus den Zählerständen der zugeordneten Abrechnungsmappe.

Die Verbrauchswerte aus den Nebenzählern bestimmen, wie die Gesamtkosten auf die einzelnen Einheiten verteilt werden. Wenn Wohnung 1 ein Drittel des Gesamtwasserverbrauchs hat, trägt sie auch ein Drittel der Wasserkosten.

Gut zu wissen: In der Praxis schicken Versorgungsunternehmen Jahresrechnungen mit den Gesamtkosten. Diese Kosten tragen Sie als Kostenpositionen in die BKA ein. Die Zählerstände dienen nicht zur Kostenberechnung, sondern zur Kostenverteilung auf die Einheiten. Die Frage ist nicht „Was kostet das Wasser?", sondern „Wie verteilt sich der Wasserverbrauch auf die Mieter?"


Übersicht: Alle Schritte auf einen Blick

Schritt Was Wo
1 Abrechnungsmappe anlegen Gebäude → Tab Abrechnungsmappe
2 Hauptzähler erstellen Zähler → Neuen Zähler anlegen (Gebäude zuordnen)
3 Nebenzähler erstellen Zähler → Neuen Zähler anlegen (Einheit zuordnen)
4 Anfangsstände erfassen Zähler → Zählerstand erfassen
5 Regelmäßig ablesen Gebäude/Einheit → Tab Zählerstände → (+)
6 Abrechnungsmappe prüfen Gebäude → Tab Abrechnungsmappe → Mappe öffnen
7 In BKA verwenden BKA → Neue Abrechnung (Verbrauch wird automatisch übernommen)

Wann sollten Sie ablesen?

Nicht jede Ablesung hat denselben Anlass. Hier eine Übersicht der typischen Ablesezeitpunkte:

Anlass Zeitpunkt Zweck
Jahresablesung Ende der Abrechnungsperiode (z.B. 31.12.) Grundlage für die jährliche Betriebskostenabrechnung
Mieterwechsel Auszugstag des alten Mieters Zwischenabrechnung: Verbrauch anteilig auf alten und neuen Mieter aufteilen
Zwischenablesung Nach Bedarf Verbrauchskontrolle, z.B. bei Verdacht auf ungewöhnlich hohen Verbrauch
Zählertausch Am Tag des Austauschs Endstand des alten Zählers sichern, Anfangsstand des neuen Zählers erfassen

Tipp: Achten Sie bei jeder Ablesung darauf, die richtige Abrechnungsmappe auszuwählen. Der letzte Stand einer Mappe wird automatisch zum Anfangsstand der nächsten – so entsteht eine lückenlose Verbrauchsdokumentation über beliebig viele Jahre.


Ergebnis

Nach diesem Tutorial haben Sie:

  • Eine Abrechnungsmappe als zeitlichen Rahmen für Ihre Zählerstände
  • Hauptzähler für das gesamte Gebäude – mit Zählernummer, Typ, Lage und optionalem Versorger
  • Nebenzähler pro Einheit – korrekt mit dem jeweiligen Hauptzähler verknüpft
  • Anfangsstände als Basis für die Verbrauchsberechnung
  • Einen klaren Ablauf für regelmäßige Ablesungen – vom Gebäude, von der Einheit oder über die Zählerübersicht
  • Die Gewissheit, dass alle Verbrauchsdaten automatisch in die BKA fließen, wenn Sie eine Abrechnung erstellen

Wie aufwendig ist die laufende Pflege? Nach der Ersteinrichtung (einmalig 15–30 Minuten je nach Anzahl der Zähler) reduziert sich die Arbeit auf die Ablesung selbst. Mit der Sammelablesung erfassen Sie alle Stände eines Gebäudes in wenigen Minuten – einmal im Jahr für die BKA, einmal bei jedem Mieterwechsel.

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