Match-Score – Bewerber automatisch bewerten

Was ist der Match-Score?

Der Match-Score ist ein automatischer Punktwert von 0 bis 100, der anzeigt, wie gut ein Bewerber zu Ihrer Anzeige passt. Je höher der Score, desto besser die Übereinstimmung.

Wenn Sie viele Anfragen für eine Wohnung erhalten, hilft Ihnen der Score, schnell die vielversprechendsten Bewerber zu identifizieren.

Wo sehe ich den Score?

  • In der Anfragen-Inbox als Spalte „Score" in der Tabellenliste
  • Im Detail-Drawer einer Anfrage mit aufgeschlüsselten Einzelwertungen
  • Auf der Bewerbungs-Übersicht der Anzeige (sortiert absteigend nach Score)

Zwei Berechnungsmodi

Formdock unterscheidet automatisch zwei Modi — Sie müssen nichts manuell umschalten.

Modus A: Anzeigen-basiert (empfohlen)

Wird genutzt, sobald beides vorhanden ist:

  1. Eine Match-Konfiguration zur Anzeige (im Konfig-Flow Schritt 1 „Anforderungen" festgelegt)
  2. Eine eingereichte Selbstauskunft vom Bewerber

In diesem Modus werden die sechs Kriterien Ihrer Anforderungs-Konfiguration ausgewertet. Sie haben die Gewichtungen und Stufen-Regeln selbst festgelegt:

Kriterium Bezugswert in der Selbstauskunft
Haushaltseinkommen Summe der Brutto-Einkommen aller eingetragenen Bewerber
Haushaltsgröße Erwachsene + Kinder aus dem Haushaltsschritt
Beschäftigungsart Beschäftigungsverhältnis des Hauptbewerbers (inkl. „befristet?"-Option)
Berufsgruppe Berufsgruppe des Hauptbewerbers (Standard-Gewicht 0 — bewusst aktivieren)
Haustiere Freitextfeld „Haustiere" — leer/„keine" → nein, sonst → ja
Rauchen Auswahl Raucher / Nichtraucher

Pro Kriterium wird ein Match-Wert von 0 bis 10 ermittelt: Es werden alle passenden Stufen-Regeln betrachtet; disqualifizierende Regeln haben Vorrang, sonst zählt der höchste angegebene Match-% unter den passenden Regeln. Der Endscore ist die gewichtete Summe, normalisiert auf 0–100:

Score = Σ(match_pct × Gewichtung) / Σ(Gewichtung) × 10

Beispiel: Haushaltseinkommen 10/10 (Gewicht 8) + Haustiere 0/10 (Gewicht 5) → (10·8 + 0·5) / (8+5) × 10 = 61.

Modus B: Suchprofil-basiert (Fallback)

Wird automatisch genutzt, wenn noch keine Selbstauskunft vorliegt oder die Anzeige keine Konfiguration hat. Hier werden 7 generische Kriterien aus den Suchprofil-Daten der Anfrage ausgewertet:

Kriterium Gewicht Was wird geprüft
Miete / Budget 25 % Passt das Budget des Bewerbers zur Warmmiete? Alternativ: Einkommen nach der 3-fach-Regel
Zimmer 15 % Liegt die Zimmeranzahl im gewünschten Bereich?
Wohnfläche 15 % Liegt die Quadratmeterzahl im gewünschten Bereich?
Ort 15 % Stimmt PLZ oder Stadt mit den Wunschorten überein?
Einzugstermin 10 % Passt der Wunsch-Einzug zum Verfügbarkeitsdatum?
Haushaltsgröße 10 % Passt die Personenanzahl zur Wohnungsgröße?
Objekttyp 10 % Sucht der Bewerber diesen Typ (z. B. Wohnung, Haus)?

Sobald die Selbstauskunft eingereicht wird, wechselt Formdock automatisch in Modus A und der Score wird neu berechnet.

Datenqualität

Nicht immer liegen alle Angaben vor (z. B. wenn ein Bewerber das Feld „Rauchen" leer lässt). Solche Kriterien werden übersprungen und die übrigen entsprechend stärker gewichtet.

Die Datenqualität (in Prozent) zeigt, wie viele der aktiven Kriterien tatsächlich ausgewertet werden konnten.

Farbskala

Farbe Bereich Bedeutung
Grün 80–100 Sehr gute Übereinstimmung
Gelb 50–79 Teilweise passend
Rot 0–49 Geringe Übereinstimmung
Grau Noch nicht berechnet oder keine Daten

Wann wird der Score berechnet?

  • Automatisch bei jeder neuen Anfrage, die über ein Portal eingeht
  • Automatisch wenn die Selbstauskunft eingereicht wird (Wechsel auf Modus A)
  • Automatisch wenn Sie die Anforderungs-Konfiguration der Anzeige speichern — alle bereits eingegangenen Bewerber werden neu bewertet
  • Automatisch wenn sich Bewerberdaten ändern (z. B. nachgetragenes Budget)
  • Automatisch wenn sich Immobiliendaten ändern (z. B. Miete angepasst)
  • Manuell über den „Neu berechnen"-Button im Detail-Drawer

Bewerber kategorisch ausschließen (Disqualifikation)

Manchmal reicht eine niedrige Gewichtung nicht — z. B. wenn Haustiere im Mietvertrag generell nicht erlaubt sind oder ein Mindesteinkommen zwingend ist. Im Anforderungs-Editor steht deshalb in jeder Stufen-Regel der Schalter „Disqual.":

  • Aktivieren Sie das Kästchen einer Regel, dann disqualifiziert diese Regel den Bewerber, wenn sie auf ihn zutrifft.
  • Der Match-%-Wert dieser Regel wird automatisch ausgegraut — er ist irrelevant.
  • Sobald irgendeine disqualifizierende Regel zutrifft, wird der gesamte Score sofort auf 0 gesetzt — egal, wie gut die anderen Kriterien passen.
  • Im Detail-Drawer der Anfrage wird der Disqualifikationsgrund explizit angezeigt: z. B. „Disqualifiziert: Haustiere — „yes"" oder „Disqualifiziert: Haushaltseinkommen 800 < 1000".

Beispiele:

Kriterium Regel Ergebnis
Haustiere „Ja" + Disqual. aktiv Bewerber mit Haustier → Score 0
Haushaltseinkommen „< 1000 €" + Disqual. aktiv Bewerber unter dem Mindesteinkommen → Score 0
Rauchen „Ja" + Disqual. aktiv Raucher → Score 0

Ein Disqualifikations-Treffer setzt den Score immer auf 0 — die Soft-Score-Logik wird übersprungen. Das ist gewollt: Wenn ein Killer-Kriterium verletzt ist, soll der Bewerber nicht durch andere Kriterien „aufgeholt" werden können.

Lücken in den Stufen-Regeln

Beim Speichern prüft Formdock numerische Stufen automatisch auf Lücken — Wertbereiche, die durch keine Regel abgedeckt sind. Im Anforderungs-Editor sehen Sie das schon live in der Stufen-Leiste über der Regeltabelle: Zwischen zwei Schwellen erscheint ein rotes Warnsymbol, wenn der dazwischenliegende Bereich nicht abgedeckt ist.

Beispiel:

  • Regel 1: „< 1500 € → 0 %"
  • Regel 2: „≥ 3500 € → 10 %"

Bewerber mit Einkommen zwischen 1500 € und 3500 € fallen ins Loch und bekommen automatisch 0 % für dieses Kriterium. Der Editor zeigt nach dem Speichern eine gelbe Warnung über dem betroffenen Kriterium an:

⚠ Lücke in den Stufen: 1500 … 3500. Bewerber in diesem Bereich erhalten 0 %.

Der Save-Button wechselt auf „Trotzdem weiter" — Sie können die Konfiguration bewusst behalten (z. B. wenn Sie diesen Bereich genau so abgewertet haben wollen) oder die Stufen ergänzen und erneut speichern.

Bei Auswahl-Kriterien (Beschäftigungsart, Berufsgruppe, Haustiere, Rauchen) gibt es zusätzlich einen Hinweis (blau, „Info"-Severity), wenn nicht alle möglichen Werte durch eine Regel abgedeckt sind. Auch das ist nur eine Empfehlung — speichern bleibt jederzeit möglich.

Hinweise

  • Der Score ist nur für Sie als Vermarkter sichtbar — Bewerber sehen ihren eigenen Score nicht.
  • Der Score ist eine Orientierungshilfe, keine verbindliche Entscheidung. Prüfen Sie interessante Bewerber immer zusätzlich persönlich.
  • Wenn Sie ein Kriterium deaktivieren möchten, setzen Sie seine Gewichtung im Konfig-Editor auf 0 — es fließt dann nicht in den Score ein und löst keine Lücken-Warnung mehr aus.
  • Die Berufsgruppe hat standardmäßig die Gewichtung 0 — aktivieren Sie sie nur, wenn die Branche für Ihre Anzeige eine Rolle spielt.
  • Bei mehreren Bewerbern zählt das Haushaltseinkommen als Summe aller Bewerber — Beschäftigungsart, Berufsgruppe, Haustiere und Rauchen werden anhand des Hauptbewerbers (Bewerber 1) bewertet.
  • Disqualifikation und Lücken-Warnung sind unabhängig: Eine Regel mit aktivem Disqual.-Schalter zählt für die Lücken-Erkennung wie jede andere Regel — sie deckt einen Bereich ab, in dem dann eben disqualifiziert wird.

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